Freital: Staatliche Autorität ist gefragt, was sonst?

"Alle Deutschen sind Nazis - alle Flüchtlinge sind kriminell"

Proteste von Asylgegnern in Freital sind das Thema des Tages. Erinnerungen an Rostock Lichtenhagen und Hoyerswerda werden beschworen, von Pogromstimmung ist die Rede.

Thomas Kröter von der Berliner Zeitung fällt dazu nur folgendes in seinem Kommentar ein:


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Dialog ja, wenn möglich. Wenn nicht, dann muss eben der Staat Autorität zeigen. Vielleicht macht das am Ende wenigstens Eindruck.

Der Staat soll also durchgreifen, wenn es gar nicht mehr anders geht. Seltsam – die Forderungen der Asylgegner, wie zum Beispiel nach sofortiger Abschiebung straffällig gewordener Asylbewerber richten sich auch an die staatliche Autorität.

Der Staat jedoch versagt in der Frage nach der Unterbringung von Flüchtlingen kläglich. Die Menschen werden nicht gefragt, nicht vorbereitet, die neuen Nachbarn werden von der Obrigkeit verordnet. Wenn es sein muss, dann werden sogar Wohnheime für Auszubildende und Studenten oder Turnhallen geräumt.

Die Menschen, um die es angeblich geht, sind zum Spielball unterschiedlicher Interessen geworden. Täglich erscheinen Berichte in den Medien über Gewalt in den Asylheimen, nicht selten mit tödlichen Folgen.

Zahlreiche mehr oder weniger dubiose Webseiten sammeln diese Medienberichte aus der Lügenpresse, die plötzlich dann glaubwürdig ist, wenn die Meldung ins Weltbild passt.

Nun kann man mit dem Finger auf die Schmuddelkinder zeigen und ihnen Rassismus vorwerfen und „Das sind die Nazis“ zu ihnen sagen, ohne zu offenbaren, wie dankbar man ihnen doch ist, das mit ihrem Protest endlich ein neues Problem  aufgetaucht ist, das von anderen ablenkt.

Der Staat soll per Beschluss nun seinen Bürgern Antirassismus verordnen und diesen durchsetzen, wie kommt man zu so einer kindischen Forderung?

Aus der Erziehung ist die Vorbildfunktion der Erwachsenen bekannt. Wenn Vater Staat in Sachen Fremdenfeindlichkeit nun einschreiten soll, welches Mittel würde der kluge, empathische Pädagoge wohl wählen?

Der Klaps auf den Po ist schon seit gut 15 Jahren per Gesetz als nicht mehr zeitgemäß unter Androhung von Strafe untersagt. Es bleibt dem Erziehenden nur eine gewaltlose, nicht repressive Methode als legales Instrument der Einflussnahme.

So könnten doch die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, all die Mandatsträger und einflussreichen Lobbyisten sich verstärkt dafür einsetzen, dass in ihrer direkten Umgebung, dort wo die Infrastruktur noch besonders intakt ist, wo die Menschen eine höhere Bildung genießen und über ein besseres Einkommen verfügen, dass dort die Flüchtlinge untergebracht werden.

Das nennt man Lernen am Modell. Den Flüchtlingen bliebe auf diese Weise die retraumatisierende soziale Ausgrenzung erspart, in ständigem Kontakt mit den Bildungsbürgern lernen sie die deutsche Gesellschaft besser kennen, bei gepflegten Abenden am Kaminfeuer kann man Patenschaften zur Förderung von Sprachkompetenzen vermitteln und das Ganze dann als Big Brother Abklatsch für viel Geld, das ausschließlich den Flüchtlingen zugute kommt, auf RTL 2 senden.

Newtopia würde endgültig im Quotenkeller versacken, wenn die Elite dem Pöbelvolk allabendlich vorturnt, wie Integration funktioniert.

Das aber wird nicht passieren, denn Politiker sind außerordentlich lernfähig. Sie haben gelernt, wie man mit geringstem Aufwand das Wählervolk alle vier Jahre täuscht, dass ein bißchen Klientelpolitik zum Stimmenfang ausreicht und dass das Volk bereit ist alles zu schlucken, dass die Anständigen nie aufstehen und lauthals protestieren, das macht nur der braune Mob, Hooligans, Kleinkriminelle und ewig Gestrige, vom Leben frustrierte Hinterwäldler ohne Perspektive.

Das allerdings ist die offizielle, politisch korrekte Variante der Geschichte. Die Wahrheit dahinter will niemand sehen.

In Frankfurt am Main ist man stolz über das friedliche Zusammenleben von über 180 unterschiedlichen Kulturen und Nationalitäten. Damit das auch so bleibt, gilt die Parole „Frankfurt Nazifrei“, wie die Gegendemonstranten bei der Demonstration von ca. 250 überwiegend ortsfremden Teilnehmern bei Widerstand Ost West bekundeten.

Ein Blick in die Kriminalstatistik auf die tatsächliche alltägliche Bedrohung in der Stadt könnte ernüchternd wirken, aber eine Spontandemo linker Aktivisten im Bahnhofsviertel gegen Drogenhändler und Gewalttäter hat es bisher noch nicht gegeben. Das wäre allerdings möglicherweise ausländerfeindlich und vielleicht sogar gefährlich.

Und hier schließt sich der Kreis zu Freital. Auf allen Seiten stehen Befürchtungen. Die einen sagen, die Flüchtlinge könnten Probleme machen und kriminell sein und Freital in ein Ghetto verwandeln. Es heisst ja immer „Wehret den Anfängen!“

Den Slogan nutzen auch die Antifaschisten und rufen auf, sich dem braunen Mob entgegen zu stellen.

 

Laut Twitter ist der Pogrom offenbar ausgeblieben! Die Politik hätte also noch Zeit zu handeln, bevor tatsächlich Schlimmeres passiert.

Da es hier nicht um Pädagogik, sondern um Politik und eine Menge Geld geht, sind konstruktive Lösungsansätze aber gar nicht gefragt.

Noch brennt vielleicht nur die Lage in Freital, anders als in Tröglitz, von dem man nichts mehr gehört hat – vielleicht deshalb, weil es sich bei dem abgebrannten Asylheim nicht um die erste Immobilie des Besitzers gehandelt hat, die plötzlich in Flammen aufgegangen ist?

Die unsinnigen Bundeswehreinsätze im Ausland haben bereits mehr als 17 Milliarden Euro verschlungen, die gerade beschlossene Verlängerung schlägt mit jährlich 825 Millionen Euro zu Buche.

Lieber macht man weiter eine Politik, die mit verantwortlich für die vielen Flüchtlinge ist, steckt sich die satten Gewinne aus der Rüstungsindustrie ein, statt aus dieser Gewaltspirale auszusteigen, womit man wiederum als nachahmenswertes Vorbild für das Pöbelvolk glänzen könnte.

Was jammern, empören und wundern sich Deutschlands Durchschnittsintellektuelle mit der Lizenz zum Schreiben darüber, dass die Gewaltspirale sich innerhalb der Gesellschaft fortsetzt?

Der Fisch stinkt vom Kopf her!



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