Die Freiheit der Kunst – wird abgeschafft!

Wir leben in postdemokratischen Zuständen.  Seit den Tagen der Finanzkrise 2008, der Eurokrise im Jahr 2012 und im Zusammenhang mit den Enthüllungen von Edward Snowden 2013, den Aktivitäten der NSA in Deutschland, wird uns immer klarer, wie ohnmächtig der Einzelne geworden ist. Die Macht liegt in der Hand von privatwirtschaftlichen Institutionen und die Bürgerschaft verliert weltweit das Vertrauen in die parlamentarischen Institutionen.

Bücherverbrennung Freiheit der Kunst Nazi
Bücherverbrennung im Dritten Reich – Foto: Gemeinfrei

Frank Schirrmacher sagte 2013,wir erleben eine Verwandlung des ganzen Planeten. Er meint Foucoults “homo oeconomicus” wird Realität, “der immanent regierbare Mensch”. Widerstand scheint zwecklos und man könnte meinen: die totalitäre, autokratische Verwandlung hält “weder Ochs noch Esel auf”.

Es sind außerparlamentarische Denker und Autoren wie u.a. Hans Magnus Enzenberger und der verstorbene Frank Schirrmacher, die als Mahner die Diskussion um die Gefahren für unsere Freiheit antreiben und angestoßen haben.

Wir stehen unter Kuratel privatwirtschaftlicher Institutionen, die jenseits von parlamentarischer Kontrolle ihr Geschäftsmodell praktizieren und dabei in immer stärkerem Maße hoheitliche Aufgaben wahrnehmen. Der Verlust der Privatsphäre ist der Anfang, das erste Kettenglied auf dem Weg in die Postdemokratie.


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Heute feiern die Gesinnungsethiker fröhliche Urstände. Die Grundrechte stehen zur Disposition, nach der Privatsphäre und der Meinungsfreiheit folgt jetzt die Freiheit der Kunst. Was noch vor Jahren undenkbar schien, wird immer mehr zur Realität.

Da wird einem Journalisten gekündigt, weil er die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin im Zusammenhang mit den Attentaten von Paris kritisiert; da wird ein Autor mit einem nationalen Bann belegt und quasi für vogelfrei erklärt, weil er sich unbotmäßig – kritisch zur Migrationspolitik der Regierung geäußert hat; da wird ein Regisseur vom Intendanten öffentlich gebrandmarkt, weil er die Zusammenarbeit verweigert, weil er nicht mitmachen will, an der von der Obrigkeit inszenierten “Willkommenskultur”; da ruft im Namen der Nächstenliebe ein öffentlich subventioniertes Theater zum Boykott und Mord an Regierungskritikern auf.

Der Unterschied zu den dunkelsten Tagen, heute sind es nicht staatliche Institutionen die Andersdenkende verfolgen, sondern Subunternehmen, die gleichzeitig als Akteure der Meinungsmache und Meinungskontrolle auftreten, die immer auch satt unterfüttert, sprich öffentlich subventioniert sind.

Wer sich diese Rede von Angela Merkel auf dem CDU Parteitag wirklich angetan hat, der musste zur eigenen Überraschung feststellen, dass sie ein Meisterwerk war. Selten kann man jemanden dabei beobachten, wie es einem Menschen gelingt, eine Stunde lang leere Worthülsen, Selbstverständlichkeiten, Schlagwörter, Füllwörter, nichtssagende Redewendungen, zu nichts verpflichtende Versprechungen und um Beifall heischende wolkige Höhepunkte aneinander zu reihen.

Und zu diesem semantischen Durchfall stehen die Delegierten des CDU Parteitages auf und klatschen zehn Minuten. Es gibt “standing ovations”. Wie tief ist die Politik gesunken? Sie hat nichts mehr zu sagen. Sind die CDU – Deligierten das Volk ? NEIN ! Das ist eine fein selektierte Auswahl von demütigen Klatschaffen, die nur dazu da sind, dem Establishment die Macht zu erhalten, in der sehnsüchtigen Hoffnung, einmal selbst am Vorstandstisch der Macht Platz nehmen zu dürfen. Dafür würden sie alles tun. Die Bürger haben mit diesen rundlackierten Proleten nichts zu tun. Die Bürger und ihre Ängste und Sorgen kommen auf diesen von Lobbyisten finanzierten Partei – Galas gar nicht vor. Rainer Kahni

Auf dem Parteitag der CDU sind die Kanzlerkritiker rar und wer dann doch die Stimme erhebt, der darf damit rechnen innerparteilich isoliert zu werden. Die CDU verkommt zur Kaderpartei – so funktioniert die Parteiendemokratie Anno 2015 im Zeichen der Schafe. Sie bölken fein.

Die Gesinnungsethiker geben den Ton in der Öffentlichkeit an. Sie nennen es “Das Quartett der Querdenker” und sie singen das hohe Lied auf die Kanzlerin. Eine ausgemachte Kritikerin der Kanzlerin kommt erst gar nicht zu Wort, als ob es keine Kritiker gebe. Sie inszenieren Talks, in denen das Herzstück jedes Diskurses, das Pro & Kontra fehlt. Heute wird zum Applaus gebeten, weil alles andere doch nur stört – das Fernsehen hat einen Bildungsauftrag – die Staatsbürgerkunde.

“Ich bin absolut nicht gegen Flüchtlinge, aber ich bin absolut besorgt, was die Flüchtlingspolitik betrifft. Wir haben immer gedacht, die Politik ist durchdacht. Die Wiedervereinigung, der Euro, da war auch nachher vieles anders als vorher versprochen wurde. Das Urvertrauen in die Politik ist verloren gegangen.” Thomas Gottschalk

Die rechte Gesinnung ist gefragt, der rechte Glaube, die Nächstenliebe wird bemüht um Kritiker zum Schweigen zu bringen, als ob es bei der Flüchtlingsfrage, dem Asylrecht um die Nächstenliebe, um die Barmherzigkeit geht. Da ignoriert dann auch schon einmal eine Vizepräsidentin des Bundestages das Grundgesetzt, unterschlägt die fünf Folgeabsätzen, des 16. Artikels, als ob eine Grundrechtscharta ein Selbstbedienungsladen sei. Darf’s noch etwas mehr sein?

Die Moral ist ein Meister aus Deutschland

Schon in der Bibel heißt es “du sollst deinen Nächsten lieben”. Deinen Nächsten, aber nicht den Fremden, der ist sogar ausdrücklich ausgeschlossen, den der ist zweifellos ein Ungläubiger und denen widerfährt keine Barmherzigkeit der abrahamitischen Religionen, da sind sich die Drei ganz unbarmherzig und eindeutig einig, ansonsten wären sie wohl auch nicht so erfolgreich reich. In Deutschland wird wieder moralisiert statt zu politisieren – die Moral ist ein Meister aus Deutschland. 

Es wird wieder Zeit in Erinnerung zu bringen, was eine freie Gesellschaft auszeichnet, der Umgang mit den Kritikern und die Gesinnungskonformität. Das Maß ist nicht, wie gut  einer seinen parteipolitischen Katechismus aufsagen kann, sondern wie tolerant er den Kritikern gegenüber ist.

In einer von Freiheit geprägten Gesellschaft ist das Zuhören mehr den je gefragt – wie groß sind eigentlich die Ohren unserer Kanzlerin, unserer Volksvertreter?

Hören sie noch hin was das Volk sagt, begegnen sie ihm noch auf Hörweite, gleicher Sinneshöhe?  Nein, die Katecheten haben das Wort. Amts- und Würdenträger predigen die Freiheit in Verantwortung. Solche verdrehten Gedanken finden sich nicht in den Schriften der großen Deutschen Denker der Aufklärung, wie u.a. von Moses Mendelssohn: Was ist Aufklärung? 

Den Kritikern geht es heute an den Kragen, wie zu  Büchners Zeiten. Ihnen wird am Ende sogar das Recht an Kritik und Meinung abgesprochen, weil alles was kritische ist jetzt unter Hetzte subsumiert wird. “Allzu oft hätten sie Hass und Kälte in ihren Herzen. Halten Sie Abstand“, mahnt die Kanzlerin. Als ob nicht unter der Federführung ihrer Partei, im Gleichklang mit der SPD das Asylrecht 1992 ausgehöhlt wurde. Jetzt tut sie so, als ob es dieses Individualrecht, wie es die protestantischen Christen gerne sehen würden, überhaupt noch gibt.

Die Warnungen der Kanzlerin bleibt nicht ungehört, die Schmuddelkinder sind benannt und wer nicht Abstand hält, der gehört ins Reich der Finsternis. Moralapostel stehen Gewehr bei Fuß, sind willfährige Adjutanten der Macht. Sie treten auf wie Savanarolas Hunde des Herrn. Auch sie waren schwarz gekleidet und zogen die Kapuzen weit übers Gesicht, sie zogen brandschatzend von Haus zu Haus und ihre Ohren waren über all. Seine Wachhunde (Task Force) hat unser Justizminister gestern im Ministeriumempfangen. Die Staatsbürgerkunde feiert fröhliche Urstände.

Wir stehen unter Kuratel und die Gesinnungsethik hält Hof. Die Blockwarte der NSDAP und die IMs der DDR Obrigkeit hätte es nicht besser gekonnt ….

Ich bin über den Zustand unserer Republik erschreckt. Wo man hinschaut Lobhudeleien – Kanzlerkritik ist unerwünscht.

Wir brauchen kein Gesinnungstheater.

Das Kabarett, die Satiriker im öffentlich rechtlichen TV haben schon lange aufgehört die Obrigkeit zu kritisieren, das macht auch nicht halt vor Theatern. Stattdessen werden protestierende Bürgerinitiativen ins Visier genommen und Kanzlerkritiker zum Abschuss frei gegeben. Das Bürgerbashing ist unter Kaberettisten und Theaterleuten en vogue und die Obrigkeit reibt sich die Hände. Und die Selbstzensur der Kunstschaffenden greift und ein Popmusiker wird für unwürdig befunden die Nation zu vertreten.

Die Absage des lettischen Regisseurs Alvis Hermanis. wird zum Anlass genommen ihn öffentlich zu brandmarken, dabei hat seine Absage, mit seinem ganz privaten Bedürfnis nach Sicherheit zu tun. Hermanis Gespür für Sicherheit gibt ihm letztlich recht, denn die Reaktion des Intendanten zeigt, wie gut seine Entscheidung war, dem Thalia Theater abzusagen, denn solchen Heuchlern zu dienen kann kein gutes Ende nehmen.

Das Plädoyer Leander Haußmanns für den Letten ist ein halbherziges, letztendlich nicht weniger unanständig und selbstgerecht … Haußmann packt den Teufel nicht bei den Hörnern, er belässt es dabei, mit dem Finger auf ihn zu weisen. Schwach!

Haußmann scheut selbst nicht davor zurück, einen anderen geächteteden nochmals zu diffamieren, wenn er Akif Pirincci mit Göbbels vergleicht. Er beleidigt beide – Göbbels, weil der ein begnadeter Redner war, wogegen Pirincci ein Analphabet als Redner ist. Haußmann weiß das und tut es bewusst. Sicher, Pirincci taugt nicht als Volkstribune und Pirincci hat sich selbst lächerlich gemacht, statt der Wut des Volkes seine Stimme zugeben, hat ihn seine eigene Wut entmannt.

Akif Pirincci deshalb aber, mittels der vereinigten, deutschen Buchbranche, zu boykottieren ist einzigartig und unanständig – Das hat eine Qualität, die man schwerlich mit den Werten der Aufklärung rechtfertigen kann. Hier fehlt es, Seitens der deutschen Öffentlichkeit, dem Deutschen Pen, dem Deutschen Kulturbetrieb an einem klaren Bekenntnis zur Freiheit der Kunst und um die geht es auch in der Causa Alvis Hermanis.

Die Freiheit der Kunst heißt eben auch, dass ein Künstler – und ein Regisseur ist ein Künstler, das Recht hat, Nein zu sagen; den Mut haben darf, zu widersprechen.  

Zu sagen, das mache ich nicht, so sehr ihr Euch das auch wünscht, Nein! (Veit Harlan, Leni Riefenstahl u.v.a. haben sie dafür geächtet, dass sie nicht Nein sagen konnten und mit der Obrigkeit ins Bett stiegen). Was den Thalia Indentanten auch immer geritten hat, es war unanständig und ein Zeichen für den Verfall aufklärerischer Werte –

Menschen wegen abweichender Meinung an den sozialen Pranger zu stellen ist kein Fortschritt, es ist ein Rückschritt in finstere Zeiten. Wir stehen unter Kuratel der Meinungsapostel.

Die Gesinnungsethik, der Gesinnungsjournalismus und jetzt auch noch das Gesinnungstheater feiern fröhliche Urstände – allen eine besinnliche Weihnacht, die Freiheit wird abgeschafft – Rollen wir also jetzt die Fahne der Freiheit ein, unterwerfen wir uns oder sagen wir: Nein, nicht mit mir?


 

von: Lob’s Metier

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