Die Fachkräftelüge zum neuen Schuljahr

Ein Gastbeitrag von Dr. Jens Romba

Wie manchen, die im Internet schon einiges über mich erfahren haben, sicher bekannt ist, bin ich seit geraumer Zeit auch damit beschäftigt, die Mähr vom sogenannten „Fachkräftemangel“ aufzudecken und sie als das bloßzustellen, was sie in Wirklichkeit ist, nämlich eine „Fachkräftelüge“.
Wobei es in unserem Land mehrere Sorten von Menschen gibt. Ein Teil der Menschen nimmt die Realität einfach nicht wahr und vertraut blind den Mainstreammedien.
Ein anderer Teil nimmt die Realität wohl schon wahr, lehnt sich dann aber resigniert zurück und verkriecht sich in seinen eigenen vier Wänden.

Ein weiterer Teil ist immerhin noch im Internet mit Leserartikeln und Kommentaren aktiv. Jedoch sind nur wenige dazu bereit, wirklich auch in der realen Welt aktiv zu werden, sich zusammenzuschließen sowie weitergehende Aktionen zu planen.

Nun ist diese Inaktivität bei denen, die Ihre Jobs behalten wollen oder sich plötzlich, nach langen Jahren im Arbeitsprozeß und dann wahrscheinlich lebenslang, in Hartz-4 wiederfinden und deshalb resignieren, durchaus verständlich.

Und auch die Noch-Studenten oder aber die frisch von den Unis und den Fhs kommenden Absolventen stehen noch so unter Druck, daß diese sich dann oft nur mit ihrem eigenen Fortkommen beschäftigen, möglichst ohne anecken zu wollen.

Soll sich an dieser Problematik der „Fachkräftelüge“ jedoch etwas ändern, so muß der Druck auf die Politik hier sehr viel stärker werden. Und da es bei den eben erwähnten Gruppen, zumindest bei der jetzt vielleicht noch zu guten Wirtschaftslage sowie den noch zu gut arbeitenden Sozialsystemen in Deutschland, zur Zeit wohl noch ziemlich schwierig ist, größere Aktivitäten anzuregen, habe ich einmal einen offenen Brief an die Schüler geschrieben.

Insbesondere an die Gymnasiasten, welche ja im nächsten Jahr ihr Abitur machen werden. Denn diese könnten noch am ehesten dazu bereit sein, Zustände öffentlich zu hinterfragen und Dinge zu bewegen. Ziehen sie Konsequenzen, so wird dies die Politik, die Wirtschaft sowie die Lobbyisten am empfindlichsten treffen.

Und wer weiß, ewig werden sich bei den gegenwärtigen Problemen selbst die heutige Wirtschaftslage sowie Hartz-4 nicht mehr halten lassen. So könnten diese Schulabgänger denn auch bald Unterstützung bekommen, weshalb ich Sie bitten möchte, diesen offenen Brief auch anderen Schülern, den Eltern, Verwandten und Bekannten sowie allen weiteren die es interessieren könnte, zugänglich zu machen.

Ich habe diesen offenen Brief bereits an die Bundesschülerkonferenz und an die Landesschülervertretungen gemailt. Ebenso auch an weitere Multiplikatoren. Je mehr Multiplikatoren diesen offenen Brief jedoch der Allgemeinheit zugänglich machen, desto besser, weshalb ich mich nun auch an diverse Onlineportale wende. Also nicht nur an Sie, sondern auch an andere, da mir an einer möglichst umfassenden Verbreitung der in diesem offenen Brief enthaltenen Informationen gelegen ist.

Ich hoffe sehr, Sie nehmen diesen Anstoß auf und verbleibe mit freundlichen Grüßen.

Dr. Jens Romba

Liebe Schülerinnen und Schüler

Nun ist es mal wieder soweit. Das neue Schuljahr beginnt und damit auch wieder der allgemeine Lernstreß. Aber was heißt das schon. Okay, es ist nun wieder notwendig, früh aufzustehen, sich dann über das Frühstück zur Schule zu quälen um dann einen guten Teil Eurer wertvollen Lebenszeit in Veranstaltungen abzusitzen, die gemeinhin als Unterricht bezeichnet werden.

Nicht zu vergessen die Hausaufgaben, für die dann ja noch ein weiterer Teil Eurer wertvollen Lebenszeit erforderlich ist. Aber wie dem auch sei, mancher Unterricht und manche Aufgaben sind ja zuweilen auch sehr interessant. Und es gibt da immer noch genügend Freizeit, das Wochenende ist bereits am Montag voraussehbar und die nächsten Feiertage oder Ferien kommen ebenfalls ganz bestimmt. Von daher wünsche ich Euch allen viel Spaß und viel Erfolg im kommenden nächsten Schuljahr.

Spätestens am Ende der Gymnasialzeit wird sich aber so mancher von Euch daran erinnern, daß ein jeder Spaß auch einmal zu Ende geht. So auch die, im Vergleich zum Berufsalltag und zum Erwachsenenleben oftmals unbeschwerte, Schulzeit. Folgende Frage wird sich dann spätestens nach dem Abschluß für Euch stellen: Was passiert dann?

Für viele Gynmasiasten scheint der Fall hier klar zu sein. Früher oder später wird sich an die Schulzeit ein Studium anschließen. Zum einen, weil viele das Gymnasium hauptsächlich aus diesem Grund absolviert haben. Weiter aber auch, weil in Deutschland sowie auch in vielen anderen Staaten ein „angeblich“ offensichtlicher Mangel herrscht. Ein Mangel an Fachkräften nämlich.

Zumindest wenn man den Nachrichten im Fernsehen und vielen Zeitungen, egal ob auf Papier gedruckt oder im Internet, glauben will, mangelt es mittlerweile an vielem und wird es in Zukunft noch an vielem mangeln.
Die sogenannten MINT-Fächer, also Mathematiker, Ingenieure, Naturwissenschaftler und Techniker werden offenbar händeringend gesucht. Studienfächer wie Betriebs- oder Volkswirtschaft sowie Ökonomie lohnen sich demnach auf jeden Fall, da selbst die MINT-Absolventen ja oftmals in Betrieben arbeiten. Weiter zeichnet sich ein Ärztemangel in vielen Bereichen ab und im Zuge größer werdender mentaler Probleme werden auch Sozialwissenschaftler und Psychologen vermehrt gesucht. Letztere nicht nur in Irrenanstalten oder als Therapeuten sondern ebenfalls in der Werbung und als Personaler.

Und für diejenigen unter Euch, welche die Schule nach einer als wunderschön empfundenen Zeit garnicht erst verlassen wollten, zeichnet sich auch noch ein Lehrermangel ab.

Tut Ihr also das, was Eltern, Lehrer, Politiker und Mainstreammedien Euch in Eurer Kindheit sowie in Eurer Jugendzeit immer wieder gepredigt haben und studiert und bildet Euch ehrgeizig weiter, so müßtet Ihr eigentlich einer sorgenfreien und gesicherten Zukunft entgegensehen können. Hauptsache ist, Ihr macht Euch nicht verrückt. Denn alle Probleme, egal ob Wirtschaftskrisen, Schuldenkrisen, weltweite Konflikte, Flüchtlingswellen, Umweltkatastrophen oder weitere Störungen werden irgendwann vergehen und sich im Nachhinein als halb so schlimm herausstellen. Ein jeder, der diesem Mainstream Glauben schenkt, weiß im Prinzip das, was ehemals Aldous Huxley schon für einen seiner Romantitel gewählt hat. Eine schöne neue Welt erwartet Euch.

Wohlgemerkt „WENN“ Ihr dem Mainstream Glauben schenkt!!! Allerdings existieren da noch weitere Informationsquellen, welche diese schöne neue Welt sehr schnell entzaubern können. So hat es am Montag, den 21.7.2014 um 22:45 Uhr in der ARD einmal eine sehr interessante Reportage über den sogenannten „Fachkräftemangel“ gegeben. Die auch für Euch wichtigsten Punkte habe ich unter propagandaschau. einmal zusammengefaßt.

In diesem Artikel ist auch der Link zur besagten ARD-Reportage zu finden. (Zweimal zur ARD direkt, wo diese Reportage allerdings wieder entfernt wurde. Zweimal jedoch auch zu YouTube, wo diese Reportage im Internet immer noch frei für jeden einsehbar und herunterladbar ist.) Und es wäre sehr ratsam, Euch neben diesem Artikel und diesem Link auch einmal die anderen in diesem Artikel befindlichen Links durchzuarbeiten. Genauso wie die diesem Artikel folgenden Kommentare. Denn sowohl die Links als auch die Kommentare beschreiben oftmals die Situation von Betroffenen(?) oder wurden von den Betroffenen(?) sogar selber verfaßt.

Weitere interessante Links und Kommentare sind ebenfalls unter buergerstimme.com zu sehen.

Weiter habe ich unter facebook.com/AkademikerundArbeitswelt eine ganze Linkliste ins Internet gestellt, die Euch von 1998 bis 2014 Artikel, Reportagen und Quellen zugänglich macht, die Ihr Euch ebenfalls, inklusive der Folgelinks sowie der dazugehörigen Kommentare, einmal gründlich durcharbeiten solltet.

Denn wie gesagt, hier wird über Betroffene(?) berichtet und oftmals äußern sich dort auch Betroffene(?) selbst.

Nun wird sich so mancher unter Euch sicher fragen, was meine Aufforderung an Euch, derartige Quellen durchzuarbeiten, denn für einen Sinn machen soll? Arbeiten müßt Ihr schließlich schon genug in der Schule. Und was Eure wertvolle Freizeit betrifft, die Ihr dann dafür opfern müßtet, so hat schon anno dazumal so mancher Musiker und Dichter festgestellt, daß die schöne Jugendzeit nie wieder kommt, Ihr diese also voll auskosten solltet!

Nach dieser Jugendzeit aber folgt für jeden von Euch das weitere Leben. Und dieses weitere Leben steht einem jeden von Euch noch lebenslang bevor. Oftmals werden wichtige Entscheidungen bezüglich dieses weiteren Lebens aber schon in einer sehr frühen Phase gefällt.

Da die sogenannte Lebenserfahrung dann aber noch fehlt, ist der zu einer Entscheidung gezwungene oftmals geneigt, sich Rat bei denen zu holen, die bereits eine gewisse Lebenserfahrung sowie, damit verbunden, ein umfassenderes Hintergrundwissen besitzen.
Dies mag auch gut und richtig sein und ich persönlich habe dies ja früher auch genauso gemacht. Oftmals aber kann auch eine gewisse Lebenserfahrung keinen guten Rat garantieren. So haben die Eltern einer größeren Anzahl von Schülern wahrscheinlich nicht studiert und kennen somit keinen Universitäts- oder Fachhochschulbetrieb von innen. Vielfach sah die Studien- und Berufswelt früher auch anders aus als heute.

Und diejenigen, die Euch diesbezüglich tatsächlich Ratschläge geben können, sind oftmals auch stark interessengesteuert. Nur müssen „DEREN INTERESSEN“ nicht unbedingt mit „EUREN INTERESSEN“ übereinstimmen.

Leider ist es so, daß nicht nur wichtige Entscheidungen von Euch bereits in einer frühen Phase gefällt werden müssen. Weiter habt Ihr Euch mit den Konsequenzen dieser Entscheidungen auch oft eine lange Zeit, wenn nicht sogar ein Leben lang, auseinanderzusetzen.

Und aus genau diesem Grunde ist es wohl nicht zuviel verlangt, bezüglich „EURES ZUKÜNFTIGEN LEBENS“ soviele Quellen wie möglich heranzuziehen, um dann wirklich die richtigen Entscheidungen für „EURE ZUKUNFT“ zu fällen.

Dazu noch eine interessante Frage an Euch: Wozu eigentlich wird in der Schule das Fach Geschichte unterrichtet? Was vergangen ist ist schließlich vergangen und dementsprechend sollten uns eigentlich eher die Gegenwart sowie unsere nähere Zukunft interessieren! Denn genau dort werden wir schließlich leben!

Im Prinzip ist diese Einstellung schon richtig. Will man aber genauer wissen, wie bestimmte Dinge entstanden sind und woraus sich bestimmte Gegebenheiten entwickelt haben, so ist ein gewisses Geschichtswissen schon recht nützlich. Weiter gibt es nicht umsonst das Statement, daß, wer die Geschichte nicht kennt oftmals dazu gezwungen ist, diese zu wiederholen.

Also „LERNT BESSER AUS DER GESCHICHTE“ und damit zusammenhängend „VON EUREN VORGÄNGERN AN DEN UNIS UND DEN FHS“ indem Ihr neben dem Mainstream auch die hier genannten Informationen durcharbeitet.

Denn aus eigener Erfahrung weiß ich, daß es da gewisse Dinge gibt, die Ihr für Euch bestimmt nicht wiederholen wollt. Und wenn möglich, tragt diese Informationen ruhig auch an weitere Schüler sowie an Eure Eltern und Lehrer heran. Oder nehmt, möglichst in großer Zahl, Kontakt zu den Verantwortlichen in allen Bereichen auf. Laßt Euch dort allerdings nicht mit irgendwelchen substanzlosen Antworten abspeisen.
Denn wenn Eure Zukunft tatsächlich so rosig aussieht, wie dies oftmals gepredigt wird, so wird es für manch einen dieser Verantwortlichen sicher kein Problem sein, Euch darauf eine schriftliche, notariell beglaubigte und rechtlich einklagbare Garantieerklärung auszustellen. Einklagbar auf Entschädigung in Millionenhöhe, für den Fall, daß Ihr Eure Abschlüsse an den UNIs und FHs schaffen solltet, danach aber keine adäquaten Anstellungen, Karieremöglichkeiten und Entlohnungen bekommt und so einen Teil Eurer Lebenszeit verschwendet habt.
Denn haben wir tatsächlich gegenwärtig oder absehbar einen Mangel an Fachkräften, so würde eine solche Entschädigung ja nie gezahlt werden müssen. Wird eine solche Garantieerklärung allerdings nicht ohne weiteres ausgestellt, so seid bitte kritisch und spart nicht mit ebenso kritischen Fragen auf die Ihr dann auch klare, nachvollziehbare und verständliche Antworten nicht nur erwarten, sondern auch fordern solltet!
Denn schließlich ist es „EUER LEBEN“, was Ihr in Zukunft zu leben habt. Die Konsequenzen „EURER ENTSCHEIDUNGEN“ habt Ihr dabei ebenfalls zu tragen, während sich „EURE EHEMALIGEN BERATER“ ohne weitere Konsequenzen in die Unerreichbarkeit zurückziehen können.
Und die Tatsache, daß es auch im akademischen Bereich sowie bei den Ingenieuswissenschaften immer mehr befristete Jobs sowie Zeit- und Leiharbeit gibt, inklusive der hohen Abbrecherquoten in manchen Studiengängen, sollte Euch in diesem Fall ebenfalls zu denken geben.
Ebenfalls solltet Ihr Euch auch eine sehr interessante Reportage anschauen, die am Montag, den 31.8.2015 um 22:30 Uhr in der ARD gelaufen ist und gegenwärtig unter programm.daserste.de oder unter www.daserste.de im Internet eingesehen oder heruntergeladen werden kann.
Neben den vielen interessanten Aspekten finde ich zwei Tatsachen hier besonders interessant. Zum einen die Tatsache, daß sich fast alle Ministerien zu der in dieser Reportage geschilderten Misere nicht äußern wollten.
Zum anderen die Tatsache, daß man der Wirtschaft offenbar nichts recht machen kann, da sich diese über genau die Absolventen beklagt, die sie vormals ja gefordert hat. Den gegenwärtigen und ehemaligen Studenten nützt dies jedoch nichts, da sich sowohl die Ratgeber als auch die Verantwortlichen, wie schon weiter oben beschrieben, in die Unerreichbarkeit zurückziehen können.

Auch dieser sehr interessante Beitrag sollte Euch ebenfalls zu denken geben.

In genau diesem Sinne wünsche Ich Euch allen ein erfolgreiches nächstes Schuljahr und ebenfalls sehr viel Erfolg für Eure weitere Zukunft. Und hoffe sehr, mit den in diesem offenen Brief angegebenen Informationsquellen dazu beitragen zu können.

Dr. Jens Romba

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1 Kommentar

  1. Auch die Kinder bekommen die Nachrichten mit, das bleibt nicht aus. Aber es stellt sich auch folgende Frage! Wiso wird immer weniger Geld in die Bildung iinvestiert? Man hört immer nur, das jede Stadt/Bundesland sparen muss… Es wird wohl so kommen, das sich nur noch der jenige gut bilden kann, wo genug Geld da ist. LG Romy

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