Das wird man doch wohl noch mal verschweigen dürfen

Achtung Hintergrund SchweigespiraleReden ist Silber – Schweigen ist Gold – oder ist der Hintergrund eben doch mehr von Bedeutung, als der Pressecodex wahrhaben will?

Was habe ich gelernt? Als kleines Kind natürlich den Unsinn von Silber und Gold und manchmal auch, dass kleine Leute den Mund halten sollen, wenn sich die Großen unterhalten – später aber habe ich genau das Gegenteil erfahren. Immerhin habe ich gute fünfundzwanzig Jahre im „sozialen Bereich“ meine Brötchen verdient – dort quatscht man zwar vieles einfach tot, aber dennoch gilt die Regel, dass Reden hilft und Schweigen schädlich ist, ganz besonders, wenn mit düsteren Geheimnissen Täter geschützt werden.

Und zum zweiten Teil der Einleitung, der Sache mit dem Hintergrund, habe ich ebenso eine eindeutige und beruflich fundierte Meinung – Hintergründe spielen stets eine sehr wichtige Rolle – ich bin nämlich unter anderem ein sogenannter systemischer Familienberater. Neben dem äußerst wichtigen familiären Hintergrund, der Herkunftsfamilie, spielen natürlich kulturelle und soziale Aspekte eine Rolle, wenn es um das Verhalten von Menschen geht. Ohne diese Zusammenhänge zu kennen, ist es sogar schlicht unmöglich, überhaupt einen Menschen auch nur ansatzweise zu verstehen.

Ebenso bedeutsam ist auch der Generationenaspekt, was wohl kein vernünftiger Mensch leugnen wird. Eine alte Dame, die noch die Nachkriegszeit miterlebt hat und weiß, was Hunger bedeutet, hat ein anderes Verhältnis zum Essen als die Fast Food Generation, richtig?


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Genauso verhält es sich mit der Herkunft aus anderen Kulturen, die ihre Prägung hinterlassen hat –  in diesen Tagen wird diskutiert, die Täterherkunft in der Berichterstattung wieder einzuführen, sofern sie Relevanz hat. Wer entscheidet diese Relevanz – aus welchem Grund hat man die Herkunft verschwiegen?

Weil man angeblich einer behaupteten Gefahr der Diskriminierung vorbeugen wollte. Mit dieser Haltung unterstellt man allen Menschen, aber in unserer Gesellschaft wohl hauptsächlich den Deutschen, dass sie zu Vorurteilen neigen, was ebenso eine Form von Diskriminierung bedeutet und der Einstieg in die Schweigespirale ist.

Alle Männer sind Schweine und alle Polen klauen und Italiener, die keine Pasta essen, kann es gar nicht geben. Alle Moslems sprengen sich sofort in die Luft, wenn man ihren Propheten beleidigt und der weiße, männliche heterosexuelle Deutsche ist von Geburt an ein latenter Nazi, was sonst?

Hat nicht der Kommunikationspsychologe Friedemann Schulz von Thun mit seinem Klassiker „Miteinander reden“ ein auch bei Gutmenschen eigentlich als selbstverständlich vorhanden vorauszusetzendes Instrumentarium für gelingende Kommunikation geschaffen, das heute keiner mehr bereit ist, mal wieder in die Hand zu nehmen? 

Schweigen ist das Gegenteil von Whistleblowing und schützt die Täter – Vorurteile entstehen unter Druck und im Verborgenen, nur in der offenen Begegnung können sie ausgeräumt werden, wenn sie zu Unrecht bestehen. 

Grundsätzlich neigt der Mensch zum Generalisieren, eine lebensnotwendige Strategie, die Sinn macht und vor Gefahren schützt. Traumatisierte Menschen kennen das – ich rede von echten traumatisierten Menschen, denn diese meiden aufgrund ihrer Erfahrungen Gefahrensituationen und entwickeln oft für ihre Umwelt unverständliche Ängste, die man nur begreifen kann, wenn man die Hintergründe kennt.

Traumatisierte Menschen richten ihre Aggressionen in der Regel gegen sich selbst, bis hin zum Selbstmord.

Wer Gewalt gegen andere richtet, löst dagegen Traumen aus – er oder sie ist Täter, ein Gewalttäter – es gibt keine Ausreden dafür.

Und auch jede Tat hat ihren Hintergrund, ganz gleich welchen, darüber sollte man reden – wenn es geht, miteinander!

 

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Wolfgang van de Rydt
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