Fünf Jahre danach: Breiviks Darling – Anders‘ Alptraum

Saga vom Untergang der weissen Rasse

Der Massenmörder Anders Breivik tötete 77 Menschen am 22. Juli 2011.

breivik photo
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Die Taten sind bekannt, auch über seine Motive ließ er keinerlei Zweifel. Kurz bevor er das Bombenattentat in Oslo verübte, verschickte er sein Manifest „2083: A European Declaration of Independence“ per Email und stellte ein Video ins Netz.


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Darin nimmt er u. a. Bezug auf Texte von Henryk M. Broder, Geert Wilders und den als Unabomber bekannt gewordenen Serienattentäter Theodore Kaczynski, aus dessen Manifest er zahlreiche Passagen übernahm.

Ebenso nennt er auch die Musik der schwedischen Sängerin „Saga.“

Schöne Frau, schöne Stimme, gefühlvoll vorgetragene Ballade, würde man sagen, wenn die Sängerin eine irische Volksweise über den Freiheitskampf, ein Stück von Bob Marley oder vom Untergang des Roten Mannes in Amerika gesungen hätte.

Selbst wenn sie vor Millionenpublikum in einem Fußballstadion die blutige Marsailleise a capella fehlerfrei und nicht stümperhaft, wie einst Sarah Connor es mit der deutschen Nationalhymne tat, geschmettert hätte, wäre ihr großes Lob zuteil geworden.

Aber die Ikone der White Power Ideologie besingt den Untergang des Abendlandes, genauer gesagt, der Weissen Rasse – „the greatest race to ever walk the earth“- wie es in der letzten Strophe des Lieds heisst.

Wie auch Broder oder Wilders, wies auch Saga jeden Zusammenhang zurück und verurteilte die Taten Breiviks. Ihre Musik sei eine Liebeserklärung an ihre Rasse, ihre Kultur, ein Bekenntnis zu dem, was sie innerlich empfände und keinesfalls als Aufruf zu Mord und Gewalt zu verstehen.

Breivik gilt nach wie vor als Einzeltäter, über seine Schuldfähigkeit sind sich die Experten nicht einig. Reue aber hat er nie gezeigt, sondern ist nach wie vor davon überzeugt, das Richtige getan zu haben.

An seinen Vater schrieb Breivik 2013 aus der Haft heraus:

Solange du dich nicht zum Faschismus bekennst, wird es kein Treffen zwischen uns geben.

In der Zeit findet man ein ausführliches Interview mit dem mittlerweile achtzigjährigen Diplomaten, der seinerseits auch ausführlich den Journalisten nach den Hintergründen von Pegida ausfragte.

Die Kölner OB Kandidatin Henriette Reker wurde am 17. Okotober von dem 44-jährigen Frank S. niedergestochen, die Presse verglich seine Tat, mit der von Breivik und machte auch Pegida mitverantwortlich. Die Generalbundesanwaltschaft teilte dazu mit:

Nach den bislang geführten Ermittlungen hat der Beschuldigte Henriette Reker wegen ihres Engagements bei der Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen in Köln gezielt als Tatopfer ausgewählt.

Mit seiner Tat wollte er den bisherigen Erkenntnissen zufolge ein Zeichen setzen gegen die aus seiner Sicht immer weiter steigende Anzahl von Ausländern in Deutschland und die dieser Entwicklung zugrunde liegenden politischen Entscheidungen.

Die Tat ist damit der vorläufige Höhepunkt in einer ganzen Reihe von Einschüchterungen und Bedrohungen gegen Personen, die sich zugunsten von Flüchtlingen und deren Aufnahme in Deutschland engagieren (OTS)

Später wurde bekannt, dass über den Attentäter von Köln eine geheime Akte existiert und es wurde über Verbindungen zum Verfassungsschutz gemutmaßt. Die Justiz tut sich indes schwer mit Transparenz, wie auch schon in dem unsäglichen NSU Prozess. Beim Prozess gegen Breivik hingegen waren Fernsehkameras zugelassen, es gab sogar Live Übertragungen.

Das Schreckenszenario von Breivik, Anders‘ Alptraum, liegt nun schon vier Jahre zurück. Gefangen in dieser Vision war er allerdings schon viele Jahre zuvor, da er seine Tat lange vorbereitet hat.

Die augenblickliche Masseneinwanderung nach Europa muss für ihn wie eine nachträgliche Bestätigung seines Handelns sein.

Besonders in Schweden werden immer mehr Stimmen laut, die sich gegen die verfehlte Integrationspolitik der Sozialdemokraten richten – schon lange nicht nur aus dem rechtskonservativen Lager, sondern zunehmend äußern sich auch liberale und linke Kräfte sehr kritisch, nachdem immer wieder Unruhen in Migrantenvierteln auftreten, die überwiegend von Muslimen bewohnt werden.

Breivik hat in extremistischen Kreisen seine Bewunderer, er gilt sicher als Vorkämpfer – als eine Art christlich-abendländischer Dschihadist, als Visionär. Er wurde nicht von christlich-orthodoxen Fundamentalisten manipuliert und als Selbstmordattentäter in den Tod geschickt, wie es die Hassprediger und Terroreinheiten islamistischer Gruppen oft mit Heranwachsenden praktizieren – er hat sich selbst ermächtigt und seine Tat mit hoher Wahrscheinlichkeit in vollem Bewusstsein ausgeübt.

Vor solchen Einzeltätern gibt es keinen wirklichen Schutz, ihre Taten kann man kaum verhindern. Seine schleichende Radikalisierung mag für viele nachvollziehbar sein und als Erklärung für seine unvorstellbare Tat herhalten, besonders da die zugrunde liegende Ideologie den perfekten Grund für Abscheu und Ekel liefert.

Es erklärt aber nicht, weshalb viele Menschen, die ähnlichen Ideen folgen, sie verbreiten und ihr Leben sogar danach ausrichten, nicht zu solchen Taten fähig sind.

Als sich die deutsche Terroristin Ulrike Meinhof in ihrer Zelle erhängte, wurde der ehemalige Bundespräsident Gustav Heinemann später bei der Grabrede zu ihrer Beerdigung zitiert:

„Sie ist jetzt in Gottes gnädiger Hand – und mit allem, was sie getan hat, so unverständlich es für uns war, hat sie uns gemeint.“

Sollte sich Breivik jemals das Leben nehmen, wären solche Aussprüche wohl undenkbar.

Dabei ist es nicht nur die Ideologie, die Menschen dazu bringt, sich zu radikalisieren. Auch Meinhofs aus heutiger Sicht nachvollziehbare Entwicklung wird häufig einseitig durch ideologische Brillen betrachtet oder gar verklärt, wie in der Biografie von Jutta Ditfurth. Beide haben vielleicht mehr miteinander gemeinsam, als man auf den ersten Blick meinen könnte.

Die Journalistin Bettina Röhl, eine der Zwillingstöchter von Ulrike Meinhof hat den Darstellungen von Ditfurth mehrfach öffentlich widersprochen. Aktuell schreibt sie u.a. auf „Tichys Einblick“. Der Text Wer sind die Hetzer ist so gar nicht nach dem Geschmack des Justizministers.

Zu der Tat in Köln und einigen Brandanschlägen auf Asylbewerberheime wird eine klammheimliche Zustimmung einer immer größer werdenden nach rechts abdriftenden Masse vermutet. Diese klammheimliche Freude und offene Zustimmung gab es auch seitens vieler in Deutschland lebenden Muslime nach den Anschlägen auf CharlieHebdo.

Es gab diese Zustimmung und klammheimliche Freude am 11. September, als „endlich einmal die USA die Folgen ihrer Politik zu spüren“ bekamen, es gab diese Zustimmung auch zur Zeit des  RAF Terrors – diese Art falscher Huldigung und regelrechten Kult um Massenmörder gab und gibt es immer zu allen Zeiten.

Nach dem Satanisten Charles Manson nannte sich der Schock-Rocker Marilyn Manson, Frauenmörder bekommen die meisten Liebesbriefe in Haftanstalten und die Faszination für das Böse wird regelmäßig in Serienmörder Thrillern auf die Leinwände gebracht. Auch Breiviks Geschichte wird da keine Ausnahme bilden – schließlich kann man damit Geld machen.

Der Alptraum der Masseneinwanderung aber ist real, von einer behaupteten Islamisierung Europas kann man nicht mehr sprechen, sie findet statt und löst Ängste und Spannungen in der Gesellschaft aus. Wird es später einmal heissen, man hätte Breivik ernst nehmen müssen, mit ihm reden?

Oder hat sein Vater Recht, wenn er auf die Frage antwortet:

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten an einen beliebigen Zeitpunkt seit Anders’ Geburt: Wohin?
Nach 1983. Ich würde alles unternehmen, damit er kein Terrorist wird, und sofort von Paris nach Oslo zurückziehen, in seine Nähe.

Wo liegen wirklich die Wurzeln der Gewalt?

Darüber muss man reden!



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2 Kommentare

  1. Zitat: zunehmend äußern sich auch liberale und linke Kräfte sehr kritisch, nachdem immer wieder Unruhen in Migrantenvierteln auftreten, die überwiegend von Muslimen bewohnt werden.

    OHHHH HEUL… eine Runde Mitleid mit dem Menschenmüll der Gutmenschenfraktion. Zuerst jeden als Nazi und Depp und Unterbelichtet bezeichnen der National-Gesinnt denkt. Dann aber wenn auch eure Kehle gefährdet ist, dann seid ihr auf einmal besorgt.
    Man Gutmensch, steh aufrecht und sterbe in Würde . Dein Wunsch wird doch jetzt erfüllt. Die Nazis sind jetzt keine Bedrohung mehr.

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