AP Reportage über Cybersex-Ausbeutung von Kindern auf den Philippinen

Menschenrechtsorganisation IJM fordert mehr Handeln in Deutschland

In der international vielfach aufgegriffenen Reportage „Big child webcam sex bust reveals rising abuse“ macht The Associated Press (AP) auf den dramatischen Anstieg von Cybersex-Ausbeutung auf den Philippinen aufmerksam. AP stellt die Arbeit der Menschenrechtsorganisation International Justice Mission (IJM) vor, die betroffene Kinder in Sicherheit bringt und Täter strafrechtlich zur Verantwortung zieht. Auch von Deutschland aus bekämpft IJM das Verbrechen und fordert mehr Einsatz von der deutschen Regierung gegen Cyberkriminalität.

Kinder werden in Live-Shows sexuell ausgebeutet

Belegbare Zahlen zum weltweiten Ausmaß von Cybersex-Ausbeutung fehlen bislang. Südostasien gilt als die Region, die am stärksten betroffen ist. Laut Unicef sind allein auf den Philippinen 60. bis 100.000 Kinder sexueller Ausbeutung im Internet ausgesetzt. Die meisten von ihnen sind laut IJM zwischen zwei und zehn Jahren alt. In Privaträumen werden sie live vor einer Webkamera zu sexuellen Handlungen gezwungen. Zuschauer sind Kunden aus aller Welt, die für solche Shows zwischen 20 und 150 US-Dollar zahlen – darunter auch Deutsche. Das FBI geht davon aus, dass in jeder Sekunde zeitgleich 750.000 Pädokriminelle online sind.


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Globale Lösungen im Kampf gegen Cyber-Verbrechen dringend notwendig

„Die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Internet ist ein globales Verbrechen, das global gelöst werden muss“, sagt Dietmar Roller, Vorstandsvorsitzender von IJM Deutschland e. V. in Berlin. „Die Strafverfolgungsbehörden beteiligter Länder müssen intensiver zusammenarbeiten, um erfolgreich gegen Täter vorgehen zu können. Gleichzeitig fordern wir die deutsche Regierung und Gesellschaft auf, sich stärker gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern zu positionieren und dringend benötigte Ressourcen zur Bekämpfung dieser rasant steigenden Cyberkriminalität bereitzustellen.“

Kaum Strafverfolgung von deutschen Tätern

Laut der MiKADO-Studie nehmen zehn Prozent der untersuchten erwachsenen Internetnutzer online Kontakt zu ihnen unbekannten Kindern und Jugendlichen auf. Etwa die Hälfte von ihnen (5, 3 Prozent) berichtete über mindestens einen sexuellen Onlinekontakt. In der Praxis wird nur ein geringer Bruchteil der in Deutschland sitzenden Täter strafrechtlich zur Verantwortung gezogen. Geschützt durch die Anonymität des Internets müssen sie meist mit keinen Konsequenzen rechnen.

Wie IJM auf den Philippinen wirkt

IJM arbeitet auf den Philippinen seit 15 Jahren und kämpft mit den Behörden vor Ort gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern. 1.500 Kinder konnten bereits aus sexueller Ausbeutung in den Rotlichtmilieus in Cebu, Manila und Pampanga befreit werden. 645 Täter wurden verurteilt und 65 Clubs und Bars geschlossen, weil sie Kinder für Sex anboten. Seit 2016 fokussiert sich IJM auf die Bekämpfung von Cybersex-Ausbeutung. Über 130 Kinder konnten bereits befreit werden. Eine spezielle Polizeieinheit zur Bekämpfung dieses Verbrechens auf der Insel Cebu wird derzeit von IJM geschult.


Über IJM

International Justice Mission (IJM) ist eine internationale Menschenrechtsorganisation, die sich in zehn Ländern in Asien, Afrika und Südamerika für Menschen einsetzt, die von massiver Gewalt betroffen sind. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Bekämpfung von Menschenhandel und Sklaverei. www.ijm-deutschland.de



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